Prof. Dr. Roman Poseck:
Justiz als Standortfaktor

Termin: Donnerstag, 23. November 2017, 19:30 Uhr

Ort: Villa Bonn, Siesmayerstraße 12, 60323 Frankfurt

Der Wirtschaftsstandort Deutschland steht in einem globalen Wettbewerb. Standortdebatten konzentrieren sich auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Referent will den Fokus auf die deutsche Justiz lenken und ihre Bedeutung für den Wirtschaftsstandort herausstellen. Dabei geht es auch um die Stärken und Schwächen des deutschen Rechtssystems im internationalen Vergleich. Woran liegt es, dass viele Gerichtsverfahren so lange dauern? Warum nehmen Gerichtsverfahren vor den deutschen Gerichten ab? Ist die deutsche Justiz im Verhältnis zur Schiedsgerichtsbarkeit überhaupt noch konkurrenzfähig? Der Vortrag wird auch das Strafrecht einbeziehen und die Frage beleuchten, ob Wirtschaftsstraftaten in Deutschland angemessen verfolgt werden.

Über den Speaker:
Herr Prof. Dr. Roman Poseck ist seit Mai 2012 Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main und dort Vorsitzender des 26. Zivilsenates mit einer Spezialzuständigkeit für die Vollstreckbarerklärung und Aufhebung von Schiedssprüchen. Seit Januar 2017 ist er zugleich Präsident des Hessischen Staatsgerichtshofs. Seine berufliche Laufbahn hat Poseck als Jurist bei der BASF AG in Ludwigshafen begonnen. In der Justiz war er zunächst beim Landgericht Limburg an der Lahn und danach viele Jahre im Hessischen Justizministerium tätig, zuletzt als Zentralabteilungsleiter und ständiger Vertreter des Staatssekretärs. Er ist seit 2016 Honorarprofessor an der EBS Law School für die Fächer Strafrecht und Verfahrensrechte. In Veröffentlichungen hat er sich unter anderem mit der Zukunft des deutschen Zivilprozesses und dem Justizstandort befasst; außerdem ist er Mitherausgeber eines Online-Kommentars zum BGB. Seine Dissertation mit dem Titel „Die strafrechtliche Haftung der Mitglieder des Aufsichtsrats einer Aktiengesellschaft“ hatte einen wirtschaftsstrafrechtlichen Schwerpunkt.

Impulsvortrag: Dr. Gero von Pelchrzim, LL.M.
Dr. Gero von Pelchrzim ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht in Frankfurt am Main. Er ist spezialisiert auf Beratung und Verteidigung im allgemeinen Strafrecht, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht. Darüber hinaus berät er Unternehmen, Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte zur Unternehmenscompliance. Er ist als Verteidiger und strafrechtlicher Berater an den aktuell spektakulärsten Fällen beteiligt, etwa am sogenannten Porsche-Verfahren, als Zeugenbeistand bei Ermittlungen des DoJ und der SEC im Automobilbereich, dem Libor-Skandal einer Großbank, Umsatzssteuerkarussell im Bankenbereich, dem Schlecker-Verfahren und der Volkswagen-Diesel-Affäre in den USA und Deutschland.

Gero von Pelchrzim ist Mitglied des Aufsichtsrats der Constantin Medien AG und studierte Rechtswissenschaften u.a. an den Universitäten Passau, Lausanne und an der Stetson University (FL/USA).



Teilnahmegebühr:
Nichtmitglieder: 45,- Euro
Mitglieder: 35,- Euro
Young Professionals: 20,- Euro
Der Beitrag kann vorab überweisen (Konto WRM, IBAN: DE 33 5019 0000 0000 1850 00) oder vor Ort entrichtet werden. In der Teilnahmegebühr inbegriffen sind Abendessen sowie Getränke.

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